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Sonderurlaub Todesfall - Aktuelle Gesetzeslage

Wenn ein Angehöriger stirbt befindet man sich in der Regel in einer sehr emotionalen Ausnahmesituation. Außerdem ist man nicht nur mit der Trauer beschäftigt, sondern hat auch viele organisatorische Dinge im Zusammenhang mit der Beerdigung zu erledigen und muss sich um Formalitäten kümmern. Um in diesem Fall nicht noch zusätzlich arbeiten zu müssen, gibt es Gesetze, die einen Arbeitnehmer schützen. Im folgendem klären wir Sie nun über Ihre Rechte und die Regelungen, die in einem solchen Fall gelten auf.

Der gesetzliche Urlaubsanspruch

Eine Beerdigung

In dem Bundesurlaubsgesetz ist der Anspruch von Urlaub für Arbeitnehmer geregelt. Egal ob diese in Teil- oder Vollzeit angestellt sind oder ob Sie als Praktikanten oder Auszubildende in dem Unternehmen tätig sind. Der Mindestanspruch liegt dabei bei 24 Tagen pro Jahr, wenn man von einer sechstätigen Arbeitswoche ausgeht. Bei einer Woche mit fünf Arbeitstagen wird der Anspruch dann dementsprechend nach unten gerechnet. Also sind es bei 5 Arbeitstagen 20 Tage Urlaubsanspruch, bei 4 Arbeitstagen 16 Tage und bei 3 Arbeitstagen 12 Tage Urlaubsanspruch pro Jahr und so weiter. Während des Urlaubs muss der Lohn in voller Höhe weitergezahlt werden. Dabei wird der individuelle Anspruch auf die Entgeltfortzahlung während eines Urlaubes aus den Arbeitstagen pro Woche und der Arbeitszeit abgeleitet.

Was ist ein Sonderurlaub?

Ein Sonderurlaub ist ein Urlaub der zusätzlich zu dem normalen Urlaubsanspruch, der im Gesetz und in dem Arbeitsvertrag geregelt ist, gewährt wird. Im Rahmen eines Sonderurlaubs wird der Arbeitnehmer von seiner Pflicht bestimmte Leistungen zu erfüllen entbunden und erhält aber trotzdem das vereinbarte Entgelt. Wie lange seinen Sonderurlaub im Einzelfall gewährt wird, hängt aber auch von verschiedenen Faktoren ab. Bei einem Sonderurlaub unterscheidet man verschiedene Gründe, so gibt es Verhinderungsgründe oder Gründe, die das Arbeiten unverschuldet unmöglich machen. Verstirbt ein naher Angehöriger handelt es sich hierbei um einen Verhinderungsgrund.

Der Anspruch auf Sonderurlaub

In diesem gesetzlich vorgeschriebenen Mindesturlaub ist der Anspruch auf einen Sonderurlaub nicht einbezogen. In dem § 616 in dem Bürgerlichen Gesetzbuch ist festgelegt, dass jeder Arbeitnehmer einen besonderen Urlaubsanspruch bei dem Vorliegen von einem persönlichen Grund hat. Zu diesen Gründen gehört auch der Tod eines nahen Angehörigen. Zu der Gruppe der nahen Angehörigen gehören die Eltern, die Geschwister, die Kinder und die Großeltern. Die Regelung greift aber auch bei dem Todesfall von einem Pflege- oder Adoptivkind. Auch wenn ein Enkelkind stirbt muss ein Sonderurlaub vom Arbeitgeber gewährt werden. Wenn zum Beispiel ein Onkel, eine Tante oder ein Cousin stirbt, besteht kein Anspruch auf einen Sonderurlaub. Im Einzelfall kann aber auch mit dem Arbeitgeber geredet werden, so können Sie bei einem verständnisvollen Arbeitgeber werden Sie auch bei weiter entfernten Verwandten Sonderurlaub bekommen. In der Regel wird der Arbeitnehmer in solchen Fällen für zwei Arbeitstage freigestellt und zwar einmal am Todestag und einmal am Tag der Beerdigung.

Allerdings hängt die Dauer des Sonderurlaubs bei dem Tod eines nahen Verwandten auch von verschiedenen Faktoren, wie der Zeit der Betriebszugehörigkeit, von der Menschlichkeit des Arbeitgebers und von dem Grad der Verwandtschaft mit dem Verstorbenen ab. So haben Sie in der Regel bei einer Betriebszugehörigkeit von bis zu 6 Monaten einen Anspruch auf ein bis 3 Tage Sonderurlaub, bei einer Zugehörigkeit von bis zu 12 Monaten einen Anspruch von zwei bis 7 Tagen zusätzlichen Urlaub und bei einer Beschäftigung von länger als 12 Monaten einen Anspruch auf Sonderurlaub von 3 bis 14 Tagen. Auch der Verwandtschaftsgrad ist entscheidend, so bekommt man mehr Urlaub, wenn ein Kind verstirbt, als dann wenn ein Elternteil gestorben ist.

Wie kann der Sonderurlaub im Todesfall in Anspruch genommen werden

Wie Sie den Sonderurlaub beantragen können, dass ist in der Regel in Ihrem Arbeitsvertrag genau geregelt. Generell gilt es aber so schnell wie möglich Kontakt mit dem direkten Vorgesetzten aufzunehmen und das Gespräch zu suchen, dieses sollte ruhig und gefasst ablaufen. Dabei gilt es auch herauszufinden, ob es im Betrieb spezielle Formulare und Anträge gibt, die in einem solchen Fall ausgefüllt werden müssen. Wenn der Arbeitgeber sich weigert einen Sonderurlaub zu gewähren oder diesen nicht mit der vollen Lohnfortzahlung gewähren möchte, dann sollten Sie dies nicht akzeptieren und auf Ihren gesetzlichen Anspruch hinweisen.

Benötigen Sie noch zusätzlichen Urlaub, um mit dem Geschehenen besser klar zu kommen, dann sollten Sie dies ebenfalls mit dem Arbeitgeber besprechen. In der Regel wird dieser Ihnen dann noch zusätzlichen Urlaub gewähren, wenn Sie auf einen Teil des Urlaubsanspruches verzichten.